Erreger

Umhüllte RNA-Viren aus der Familie Orthomyxoviridae. Man unterscheidet Influenza A- und B-Viren. Influenza A-Viren spielen epidemiologisch die größte Rolle: sie sind verantwortlich für 4 große Pandemien im 20. Jahr-hundert sowie für die Mehrzahl der Grippeerkrankungen in den alle 1-3 Jahre wiederkehrenden Epidemien. Die für den viralen Lebenszyklus und für die Erkennug durch das Immunsystem bedeutsamen Proteine der Virushülle der Influenza A-Viren sind das Hämagglutinin (H) und die Neuramidase (N). Man kennt z. Z. 15 verschiedene Hämagglutinine (H1-H15) und 9 verschiedene Neuraminidasen (N1-N9). Die Nomenklatur der Influenza A-Subtypen (HxNx) basiert auf einer Kombination jeweils eines Hämagglutinins mit einer Neuraminidase in einem bestimmmten Virusstamm.

 

Influenza A-Infektionen beim Menschen werden z. Z. durch die Subtypen H1N1 und H3N2 hervorgerufen. Daneben zirkuliert eine Vielzahl von Influenza A-Viren in verschiedenen Tierpopulationen. Epidemiologisch bedeutsam sind vor allem die Subtyen H5N1, H9N2 (verantwortlich für mehrere Ausbrüche der Vogelgrippe in Asien seit 1997) und H7N7 (Geflügelpest in Europa), die auch zu Infektionen beim Menschen geführt haben. Von den bisher in Asien registrierten Infektionen beim Menschen mit Infleunza H5N1-Viren (>160) verliefen trotz intensivmedizinischer Behandlung mehr als 50% tödlich.

 

Influenzaviren unterliegen mutationsbedingt einer hohen Variabilität: dieses auch als Antigendift bezeichnete Phänomen ist eine wesentliche Ursache für regelmäßig wiederkehrende Grippe-Epidemien. Demgegenüber droht die Gefahr einer Pandemie, wenn neue, durch genetisches Reassortment verschiedener Influenza A-Stämme (Antigenshift) entstandene Subtypen auf eine immunologisch nicht verbreitete Population treffen. Aktuell droht die Gefahr durch tierpathogene Viren, die die Fähigkeit erlangen, von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. Das z. Z. auch in Deutschland zirkulierende Vogelgrippenvirus H5N1 gilt als möglicher Kandidat, hat sich aber bisher (noch) nicht stabil in der menschlichen Population etablieren können.

Übertragung

  • Übertragung durch Tröpchen und Aerosole
  • hohe Kontagiosität (Ansteckung)
  • Inkubationszeit: 1-5 Tage

Klinik

Hohes Fieber, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Husten, Dyspnoe (Luftnot), Muskel- und Gelenkschmerzen, gastrointestinale (Magen-Darm) Symptome. Charakteristisch:

- abrupter Symptombeginn - "Sudden Onset" -

Komplikationen:

  •  Pneumonie (Lungenentzündung)
  •  bakterielle Superinfektion (Staphylococcus aureus,
  •  Haemophilus influenzae!)
  •  kardiale (Herz) Beteiligung

Labordiagnostik:

Basisdiagnostik:                

  • Blutbild (EDTA-Blut): Leukopenie charakteristisch 
  • CRP (Serum): Anstieg > 35 mg/dl = V.a. bakterielle Superinfektion
  • Eisen (Serum): häufig Abfall < 10ug/dl                    
  • Suptum für bakterielle Erregerdiagnostik

spezielle Diagnostik:                

  • Influenza A/B Schnelltest * (Nasensekret, trockener Abstrich: keine Geltupfer verwenden!)
    Methode der Wahl für patientennahe Sofortdiagnostik in der Praxis!
    z.B. QuickVue Influenza A/B 
  • Infulenza-PCR* (Nasensekrte, Absteich mit einigen Tropfen Kochsalzlösung) aufwendig, keine Routinemethode, Bestätigungstest 
  • Infulenza A/B-KBR (Serum) kann bei Krankheitsbeginn noch negativ sein

* Schnelltest und PCR z.Z. noch keine Kassenleistung

Falldefinition Vogelgrippe(RKI)

akute Grippesymptomatik und epidemiologische Exposition innerhalb von 7 Tagen vor dem Erkrankungsbeginn, d. h. :

  • Aufenthalt in einem zoonostischen betroffenen Gebiet und dort
    • direkter Kontakt mit lebenden oder toten Tieren (Geflügel,          Wildvögel oder Schweine) oder deren Ausscheidungen,        Körperflüssigkeiten oder rohen Produkten oder
    • Tätigkeit auf einer Geflügel- oder Scheinefarm, auf der innerhalb der vorausgegangenen 6 Wochen infizierte oder infektionsverdächtige Tiere eingestallt waren oder
    • Leben im gleichen Haushalt oder Pflege eines Menschen mit dem klinischen Bild einer akuten Influenzainfektion
  • Direkter Kontakt mit einem Menschen oder seinen Sekreten mit einer labordiagnostisch bestätigten Infektion
  • Laborexposition

Diagnostik:

Influenza A-Schnelltest ( ggf. wiederholen, wenn negativ); wenn positiv: H5N1-PCR im Referenzlabor

Meldepflicht

Lt. §7 IfSG ist der direkte Nachweis von Influenzaviren (Schnelltest, PCR)

meldepflichtig.

Therapie

Neuramidase- Hemmer:

  • Oseltamivir ( Tamiflu® )
  • Zanamivir ( Relenza® )

auch bei H5N1-Viren wirksam, wenn rechtzeitig gegeben

 

Frühe Gabe, möglichst innerhalb der ersten 24-48 h!!!!

Antibiotische Behandlung bei bakterieller Superinfektion

Beate Kaesmacher

Fachärztin für Allgemeinmedizin, Psychotherapie

Josef Kaesmacher

Facharzt für Innere Medizin, Sportmedizin

Esra Elmas

(Angestellte Ärztin)

Fachärztin für Innere Medizin

 

Haus der Gesundheit,
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